2022

Fachverband für Sexologie Schweiz

sexologie-schweiz.ch

Bildschirmfoto der Website sexologie-schweiz.ch

Einmaliges Projekt, abgeschlossen. Sichtbarkeitsarbeit für einen Fachverband, der zwei Publika gleichzeitig bedienen muss: Fachpersonen, die Mitgliedschaft und Weiterbildung suchen, und Ratsuchende, die das Wort «Sexologie» gar nicht kennen. Der Schwerpunkt lag auf dem Verzeichnis der Fachpersonen — für Suchende der Grund zu kommen, für den Verband das stärkste Argument für eine Mitgliedschaft.

Die Ausgangslage

Der Fachverband für Sexologie Schweiz bündelt Fachpersonen aus Sexualtherapie, Sexualberatung und Sexualpädagogik. Ein Verband hat andere Ziele als eine Praxis: Er wirbt nicht um Klientinnen und Klienten, sondern vertritt Mitglieder nach aussen und organisiert sie nach innen.

Für die Auffindbarkeit heisst das, zwei Publika gleichzeitig zu bedienen, die kaum etwas gemeinsam haben. Fachpersonen suchen nach Mitgliedschaft, Weiterbildung und Standards. Ratsuchende suchen nach einer Fachperson in ihrer Nähe — und kennen das Wort «Sexologie» oft gar nicht.

Gearbeitet wurde ausschliesslich an der Auffindbarkeit. Der Auftritt selbst stammt nicht von mir.

Was gemacht wurde

SEO-Arbeit für eine Verbandsseite, deren wichtigster Teil ein Verzeichnis ist.

  • Technisches Audit: Indexierung, Adressstruktur, Ladezeiten, mobile Darstellung
  • Trennung der Suchwege für Fachpersonen und für Ratsuchende
  • Auffindbarkeit des Fachpersonen-Verzeichnisses, auch für einzelne Einträge
  • Erklärende Inhalte zu einem Fachbegriff, den kaum jemand sucht
  • Strukturierte Daten für Organisation, Mitglieder und Veranstaltungen
  • Texte so gefasst, dass jeder Abschnitt für sich verständlich bleibt

Im Einzelnen erklärt

Ein Fachbegriff, nach dem niemand sucht

«Sexologie» ist der fachlich richtige Begriff und im Alltag kaum gebräuchlich. Wer Hilfe sucht, tippt «Sexualtherapie», «Probleme im Bett», «keine Lust mehr», «Sexualberatung Zürich». Eine Seite, die nur den Fachbegriff bedient, wird von den Fachpersonen gefunden, die sie ohnehin kennen, und von sonst niemandem.

Die Aufgabe bestand deshalb darin, eine Brücke zu bauen: Inhalte, die von der Alltagssprache ausgehen und zum Fachbegriff führen, ohne den Verband in eine Praxis zu verwandeln. Ein Verband darf erklären, was ein Fachgebiet ist und wann es zuständig ist. Er darf nur nicht so tun, als behandle er selbst.

Zwei Publika, zwei Suchwege

Fachpersonen und Ratsuchende teilen fast keine Suchanfrage. Wer nach «Mitgliedschaft Fachverband Sexologie» sucht, will Aufnahmebedingungen. Wer nach «Sexualtherapeutin finden» sucht, will einen Namen und eine Telefonnummer.

Beide Wege wurden getrennt geführt und beide auf eine eigene Einstiegsseite gelegt, statt sie auf der Startseite zu vermischen. Das ist auch für Suchmaschinen der klarere Fall: Eine Seite, die ein Thema abdeckt, wird besser eingeordnet als eine, die zwei halb abdeckt.

Das Verzeichnis ist der Grund für den Besuch

Für Ratsuchende ist das Verzeichnis der Fachpersonen der eigentliche Zweck der Seite. Sie wollen jemanden in ihrer Nähe finden, mit dem passenden Schwerpunkt und der passenden Sprache. Für den Verband ist dasselbe Verzeichnis das stärkste Argument für eine Mitgliedschaft: Wer aufgeführt ist, wird gefunden.

Damit das trägt, mussten die einzelnen Einträge selbst auffindbar sein und nicht nur die Übersicht. Ein Verzeichnis, das seine Ergebnisse nur per Formular ausgibt, ist für Suchmaschinen eine einzige Seite. Sind die Einträge dagegen unter eigenen Adressen erreichbar, entstehen aus einem Verzeichnis so viele Suchtreffer, wie es Mitglieder hat.

Örtliche Suche ohne eigenen Ort

Ein nationaler Verband hat einen Sitz, aber keinen Einzugsbereich. Er kann bei «Sexualtherapie Bern» nicht mit einer Praxis in Bern konkurrieren und sollte es auch nicht versuchen.

Was er dagegen kann: die Fläche über seine Mitglieder abdecken. Jeder Verzeichniseintrag mit vollständiger Ortsangabe bedient genau eine örtliche Anfrage. Der Verband steht damit nicht selbst im örtlichen Wettbewerb, sondern liefert die Antwort darauf.

Warum ein Verband anders gefunden wird als eine Praxis

Suchmaschinen bewerten bei Gesundheitsthemen streng und gewichten dabei, wer hinter einer Aussage steht. Ein Fachverband hat hier eine Stellung, die keine einzelne Praxis erreicht: eine Stelle, die ein Gebiet beschreibt, Standards benennt und Fachpersonen listet, ohne selbst Behandlungen zu verkaufen.

Dieser Vorteil wirkt nur, wenn die Texte ihn einlösen. Ein Abschnitt, der erklärt, was Sexologie umfasst und wann sie zuständig ist, muss ohne die Seite drumherum verständlich bleiben. Die Inhalte wurden entsprechend überarbeitet: jeder Abschnitt mit genanntem Subjekt und abgeschlossener Aussage.

Strukturierte Daten für einen Verband

Ausgezeichnet wurde, was maschinell eindeutig sein soll: die Organisation samt Zweck und Zuständigkeitsgebiet, die Mitglieder mit Ort und Schwerpunkt, die Weiterbildungen mit Datum und Veranstaltungsort.

Der Nutzen liegt weniger in auffälligen Suchergebnissen als in der Zuordnung. Eine Maschine, die entscheiden muss, ob diese Seite eine Praxis, ein Portal oder ein Verband ist, soll das nicht aus dem Fliesstext erraten müssen.

Bildschirmfotos

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