Die Ausgangslage
Hold me tight ist ein Workshop-Format für Paare, die an ihrer Beziehung arbeiten wollen. Es beruht auf der Emotionsfokussierten Paartherapie und findet in Wellen statt: Ein Kurs wird ausgeschrieben, füllt sich, läuft — und danach gibt es für Wochen oder Monate nichts zu buchen.
Das ist der Kern der Aufgabe. Eine Website, die nur dann arbeitet, wenn gerade ein Termin offen ist, arbeitet die meiste Zeit nicht. Der ganze Betrieb hängt an der Warteliste: Interessierte tragen sich ein, lange bevor ein Datum feststeht, und werden benachrichtigt, sobald es eines gibt.
Die Website ist 2018 entstanden und hat 2025 einen sanften Facelift bekommen: dieselbe Anmutung, moderner Unterbau. Dazu kam die Arbeit an der Auffindbarkeit und der Aufbau des Instagram-Kanals, wo diese Zielgruppe ohnehin unterwegs ist.
Was gemacht wurde
Gestaltung und Umsetzung der Website 2018, sanfter Facelift 2025, SEO-Arbeit an einem Angebot ohne festen Termin, dazu Aufbau und laufende Bespielung des Instagram-Kanals.
- Gestaltung und Umsetzung der Website (2018)
- Sanfter Facelift und Modernisierung des Unterbaus (2025)
- SEO-Audit mit priorisiertem Massnahmenkatalog, technisch und inhaltlich
- Suchbegriffe für ein Angebot ohne festen Termin
- Strukturierte Daten für Kurse, Termine und Anbieter
- Instagram-Kanal: Aufbau, Bildsprache, laufende Beiträge
- Vorlagen, damit Beiträge ohne Gestaltungsarbeit entstehen können
- Abstimmung zwischen Kanal und Warteliste
Im Einzelnen erklärt
Suchbegriffe für ein Angebot, das gerade nicht stattfindet
Wer nach «Hold me tight Workshop Zürich» sucht, kennt das Format bereits. Diese Suchanfragen sind wertvoll und selten. Die Menge steckt eine Ebene davor: bei Paaren, die noch keinen Namen für ihr Anliegen haben und nach «Paarkurs», «Beziehung retten», «wir streiten immer über dasselbe» oder «Paartherapie Alternative» suchen.
Diese zweite Gruppe erreicht man nicht mit einer Terminseite, sondern mit Inhalten, die das Anliegen beschreiben, bevor sie das Format nennen. Die Seitenstruktur wurde entsprechend geordnet: eine Ebene für das Anliegen, eine für das Format, eine für den konkreten Termin. Jede Ebene beantwortet eine andere Frage und verweist auf die nächste.
Warteliste statt Verkauf
Wer sich für einen Termin einträgt, den es noch nicht gibt, tut das aus einem anderen Grund als jemand, der etwas kauft. Es gibt kein Datum, keinen Preisvorteil, keine Dringlichkeit. Es gibt nur die Aussicht, dass sich jemand meldet.
Das verändert, was auf der Seite stehen muss. Statt Vorteilen und Terminen braucht es eine Beschreibung, in der sich Paare wiedererkennen, und ein Versprechen, das klein genug ist, um glaubwürdig zu bleiben: Wir melden uns, wenn es soweit ist. Wer an dieser Stelle zu viel verspricht, bekommt Eintragungen und keine Anmeldungen.
Instagram ist kein Werbekanal
Für ein Angebot, das in Wellen läuft, ist Instagram die Überbrückung zwischen zwei Terminen. Der Kanal hält den Kontakt zu Menschen, die sich für das Thema interessieren, aber gerade nichts buchen können. Wenn dann ein Kurs ausgeschrieben wird, gibt es bereits ein Publikum, das ihn erwartet.
Beiträge, die nur den nächsten Termin bewerben, leisten das nicht. Was funktioniert, sind Inhalte zum Anliegen selbst: wiederkehrende Streitmuster, was Nähe schwierig macht, warum gute Absichten in Beziehungen regelmässig das Gegenteil bewirken. Der Termin steht dann am Rand, nicht im Zentrum.
Vorlagen statt Einzelanfertigung
Ein Kanal, dessen Beiträge jedes Mal gestaltet werden müssen, schläft nach drei Monaten ein. Das ist keine Frage der Disziplin, sondern der Reibung: Wenn zwischen dem Gedanken und dem fertigen Beitrag eine halbe Stunde Gestaltungsarbeit liegt, entsteht der Beitrag oft gar nicht.
Deshalb wurden Vorlagen angelegt, in die nur noch Text kommt. Bildsprache, Typografie und Farben liegen fest, das Format ist entschieden. Was bleibt, ist die inhaltliche Arbeit — und die kann die Fachperson leisten, die den Kurs auch gibt.
Wie Kanal und Warteliste zusammenhängen
Ein Instagram-Konto gehört der Plattform, eine E-Mail-Adresse gehört Ihnen. Wer nur auf Reichweite setzt, baut auf einem Grundstück, das jederzeit umgewidmet werden kann. Deshalb führt jeder Weg auf dem Kanal am Ende zur Warteliste.
Das ist kein Trichter im Marketingsinn, sondern eine Absicherung. Reichweite schwankt mit Verfahren, auf die niemand Einfluss hat. Eine Liste von Menschen, die gesagt haben «meldet euch», bleibt.
Strukturierte Daten für Kurse
Kurse und Termine lassen sich maschinenlesbar auszeichnen: Was findet statt, wann, wo, in welcher Sprache, zu welchem Preis, mit wie vielen Plätzen. Suchmaschinen greifen darauf zurück, wenn jemand nach einem Angebot in einem Zeitraum oder an einem Ort fragt.
Bei einem Angebot in Wellen ist das besonders nützlich, weil sich die Angaben laufend ändern. Sind sie strukturiert hinterlegt, zieht die Auszeichnung automatisch nach, sobald ein Termin eingetragen wird.
Was bei einem heiklen Thema anders ist
Beziehungsprobleme sind nichts, wonach man mit dem Arbeitslaptop sucht. Ein grosser Teil des Verkehrs kommt abends, vom Telefon, und oft von einer Person, die stellvertretend für zwei recherchiert. Das hat Folgen für die Seite: Sie muss auf dem Telefon vollständig lesbar sein, ohne Zoom und ohne Querformat, und sie darf keine Hürde vor die entscheidende Information stellen.
Ebenso wichtig ist der Ton. Wer sich für einen Paarkurs interessiert, hat meist schon länger das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Texte, die Dringlichkeit erzeugen oder mit Scheitern argumentieren, treffen an dieser Stelle daneben. Was trägt, ist eine nüchterne Beschreibung dessen, was im Kurs geschieht, und eine ehrliche Angabe, für wen er nicht gedacht ist.
Woran sich Erfolg hier messen lässt
Bei einem Angebot in Wellen ist die Zahl der Besuche eine schlechte Kennzahl. Sie steigt jedes Mal, wenn ein Kurs ausgeschrieben wird, und sagt nichts über die Zeit dazwischen. Die brauchbare Grösse ist der Zuwachs auf der Warteliste pro Monat, unabhängig davon, ob gerade ein Termin offen ist.
Die zweite Grösse ist die Umwandlung: Wie viele der Eingetragenen melden sich an, wenn ein Termin kommt. Fällt dieser Anteil, stimmt etwas zwischen dem Versprechen auf der Seite und dem, was der Kurs tatsächlich ist.
