AutomationsArchitektur

Bevor automatisiert wird, muss klar sein, welche Daten wohin fliessen und wer im Fehlerfall etwas merkt. Ich zeichne diese Architektur auf und baue sie dann: mit Zapier, wo ein fertiger Baustein reicht, und mit eigenen Skripten, wo er nicht reicht.

Der Fehler, der am meisten kostet

Automatisierung ohne Kontrollpunkt. Ein Ablauf läuft monatelang, niemand schaut hin, und dann stellt sich heraus, dass seit acht Wochen die Hälfte der Bestätigungen nicht ankam.

Deshalb steht in jedem Ablauf, den ich baue, zuerst eine andere Frage als die naheliegende. Nicht: Wie soll es funktionieren. Sondern: Woran merkt jemand, dass es nicht funktioniert hat, und wie schnell.

Diese Frage wird fast immer übersprungen.

Beispiele aus laufender Arbeit

Ein Google-Ads-Konto, das per Skript geprüft und umgebaut wird, samt A/B-Tests der Anzeigen.

Lieferantenrechnungen, die aus Lehrgangsunterlagen nach Bexio wandern.

Ein Auswertungswerkzeug, das Kursevaluationen aufbereitet, statt dass jedes Semester eine Excel-Tabelle neu gebaut wird.

Was Sie bekommen

  • Aufnahme der bestehenden Abläufe und ihrer Datenwege
  • Architektur mit Schnittstellen, Fehlerbehandlung und Benachrichtigung
  • Umsetzung mit Zapier oder eigenen Skripten, je nachdem was trägt
  • Anbindung an Bexio, Google Ads, Mailchimp und andere Systeme
  • Übergabe mit Beschreibung, damit der Ablauf nachvollziehbar bleibt

Woran Automatisierungen scheitern

Fast nie an der Technik. Sie scheitern daran, dass niemand festgelegt hat, was der richtige Zustand ist. Zwei Systeme führen dieselbe Information, beide dürfen sie ändern, und irgendwann widersprechen sie sich. Ab da ist jede Automatisierung nur noch schneller falsch.

Deshalb steht am Anfang eine Zeichnung, keine Software: Welche Daten gibt es, wo entstehen sie, wo dürfen sie geändert werden, und welches System hat im Zweifel recht. Das dauert einen Nachmittag und entscheidet über alles, was danach kommt.

Der zweite Grund ist der Fehlerfall. Eine Strecke, die nur den Normalfall kennt, funktioniert wochenlang und versagt still, sobald ein System nicht antwortet. Niemand merkt es, weil kein Mensch mehr hinschaut. Deshalb gehört zu jeder Automatisierung ein Weg, auf dem sich ein Fehler bemerkbar macht.

Zapier, n8n oder ein eigenes Skript

Zapier lohnt sich, wenn zwei fertige Dienste verbunden werden sollen, die Zapier beide kennt, und das Volumen überschaubar ist. Es ist schnell aufgesetzt, für jeden nachvollziehbar und kostet pro Vorgang.

Ein eigenes Skript lohnt sich, sobald die Logik verzweigt, das Volumen steigt oder Daten anfallen, die nicht durch einen fremden Dienst laufen sollen. Es kostet einmal mehr Aufwand und danach nichts pro Vorgang.

Die Entscheidung fällt nicht nach Vorliebe, sondern nach Menge, Verzweigung und Datenschutz. Bei Patienten- oder Klientendaten fällt sie meist von selbst: Was das Haus nicht verlassen soll, gehört nicht in einen Dienst, der es über Drittländer schickt.

Was vorher geklärt sein muss

  • Welcher Handgriff genau soll verschwinden, und wie oft fällt er an
  • Welches System führt die Daten, wenn zwei sich widersprechen
  • Wer wird benachrichtigt, wenn etwas fehlschlägt, und über welchen Weg
  • Was passiert mit den Vorgängen, die währenddessen aufgelaufen sind
  • Wer darf die Automatisierung anhalten, ohne mich zu fragen

Diese fünf Fragen sind der ganze Unterschied zwischen einer Automatisierung, die zwei Jahre läuft, und einer, die nach dem ersten Zwischenfall abgeschaltet und nie wieder eingeschaltet wird.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Ein Institut mit mehreren Kursgruppen erzeugt jede Woche dieselben Handgriffe: Anmeldungen bestätigen, Unterlagen verteilen, Hospitationsberichte einsammeln, Rechnungen stellen, Evaluationen auswerten. Jeder einzelne dauert wenige Minuten, und in Summe ist es ein halber Arbeitsplatz.

Automatisiert wird davon nicht alles, sondern das, was immer gleich abläuft. Die Bestätigung nach einer Anmeldung geht automatisch, weil sie in jedem Fall identisch ist. Die Rückmeldung zu einem Hospitationsbericht bleibt bei einem Menschen, weil sie inhaltlich ist. Dazwischen liegt die Rechnungsstellung: Sie läuft automatisch bis zum letzten Schritt und wartet dort auf eine Freigabe.

Dieses Muster — automatisch bis zum Punkt, an dem eine Entscheidung fällt — trägt weiter als der Versuch, eine Strecke vollständig ohne Menschen zu bauen. Es spart denselben Aufwand und hinterlässt jemanden, der noch versteht, was passiert.

Ein durchgerechnetes Beispiel steht im Beitrag Warteliste statt Buchungssystem: warum bei unregelmässigen Angeboten die einfachere Lösung die tragfähigere ist.

Häufige Fragen

Wann lohnt sich Zapier, wann ein eigenes Skript?

Zapier lohnt sich, solange die Bausteine passen und die Datenmengen klein sind. Sobald Sonderfälle auftreten oder viele Datensätze durchlaufen, wird es teuer und unübersichtlich. Dann ist ein Skript günstiger und schneller.

Wie fange ich an?

Mit einer einzigen Aufgabe, die mindestens wöchentlich anfällt, die Sie in zwei Sätzen beschreiben können und bei der ein Fehler auffällt, bevor er Schaden anrichtet.

Was passiert, wenn sich ein angebundenes System ändert?

Dann bricht der Ablauf, und die Benachrichtigung meldet es. Genau dafür ist sie da. Ohne Benachrichtigung merkt man es erst, wenn sich jemand beschwert.

Können wir das selbst betreiben?

Ja. Sie bekommen die Zugänge und eine Beschreibung. Bei eigenen Skripten liegt der Quelltext bei Ihnen.

Was passiert, wenn ein angebundenes System sich ändert?

Deshalb bekommt jede Strecke einen Weg, auf dem sich ein Fehler bemerkbar macht. Ändert ein Anbieter seine Schnittstelle, meldet sich die Automatisierung, statt still auszufallen. Die Anpassung selbst ist meist klein — das Bemerken ist der wertvolle Teil.

Verlieren wir Kontrolle, wenn Abläufe automatisch laufen?

Nur, wenn niemand mehr hinsieht. Jede Strecke ist protokolliert, jeder Vorgang mit Aussenwirkung hat einen Freigabeschritt davor, und anhalten kann sie jemand bei Ihnen im Haus, ohne mich zu fragen.

Ein automatisierter Ablauf kostet ab 2’400 Franken in der Einrichtung und 190 im Monat im Betrieb. Alle Bausteine stehen unter Preise für KI-Projekte und Automatisierungen, dreiundvierzig Beispiele unter Ideen.