MarketingAutomation

Mailchimp-Strecken, personalisierter Massenversand an Kursgruppen, und die automatisierte Herstellung von Instagram-Inhalten. Der Punkt ist nicht, mehr zu posten. Der Punkt ist, dass Ihre Kommunikation weiterläuft, während Sie mit Klientinnen und Klienten arbeiten.

Was automatisiert entstehen kann

Für die EFT-Weiterbildungen entstehen Instagram-Reels programmatisch aus React-Vorlagen mit Remotion. Der Text ändert sich, das Layout bleibt, die Produktion dauert Sekunden statt Stunden.

Geplant wird über einen Redaktionskalender, veröffentlicht zeitgesteuert, mit einem Freigabeschritt davor. Nichts geht raus, das niemand gesehen hat.

Warum ein Freigabeschritt

Vollautomatische Veröffentlichung klingt bequem und ist im Gesundheitsbereich riskant. Ein unglücklich formulierter Satz über ein sensibles Thema richtet mehr Schaden an, als drei Wochen Schweigen je könnten.

Zwei Minuten pro Beitrag verhindern genau das.

Was Sie bekommen

  • Mailchimp-Strecken für Willkommen, Nachfassen und Reaktivierung
  • Personalisierter Massenversand an einzelne Kursgruppen
  • Instagram-Inhalte, die programmatisch aus Vorlagen entstehen
  • Redaktionskalender mit Freigabeschritt und Zeitsteuerung
  • Messgrössen, an denen sich der Erfolg ablesen lässt

Warum Strecken und nicht Kampagnen

Eine Kampagne ist ein Ereignis: Sie wird geplant, verschickt, ausgewertet, und danach ist wieder Ruhe. Eine Strecke läuft von selbst — sie beginnt, wenn sich jemand einträgt, und schickt danach in festgelegten Abständen, was zu diesem Zeitpunkt passt.

Für Angebote mit langer Entscheidungszeit ist der Unterschied gross. Wer sich für eine mehrjährige Weiterbildung interessiert, meldet sich selten in derselben Woche an. Bis dahin muss regelmässig etwas ankommen, ohne dass jemand jede Woche vor dem leeren Blatt sitzt.

Eine Strecke, einmal geschrieben, bedient jeden neuen Kontakt gleich gut — den ersten wie den fünfhundertsten. Das ist der eigentliche Hebel, und er wirkt still, weil niemand ihn arbeiten sieht.

Inhalte, die nicht jede Woche neu erfunden werden

Kanäle schlafen nicht aus Faulheit ein, sondern wegen Reibung. Wenn zwischen dem Gedanken und dem fertigen Beitrag eine halbe Stunde Gestaltungsarbeit liegt, entsteht der Beitrag oft gar nicht.

Deshalb liegen Bildsprache, Typografie und Format vorher fest. Bei Videos geht das weiter: Reels entstehen programmatisch aus Vorlagen, in denen das Layout Code ist und der Text eine Variable. Ein neues Video braucht einen neuen Text und Sekunden Rechenzeit, nicht einen Nachmittag im Schnittprogramm.

Was dadurch nicht wegfällt, ist die inhaltliche Arbeit. Die bleibt bei der Fachperson, die etwas zu sagen hat. Automatisiert wird die Produktion, nicht das Denken.

Was rechtlich gilt und was das praktisch heisst

Für Werbemails an Schweizer Empfänger gilt Art. 3 Abs. 1 lit. o UWG: Es braucht eine Einwilligung, einen korrekten Absender und in jeder Nachricht einen einfachen Weg zur Abmeldung. Verstösse sind nach Art. 23 UWG strafbar. Die Ausnahme für bestehende Kundenbeziehungen gibt es, sie ist enger, als viele annehmen.

Praktisch heisst das: doppelte Anmeldebestätigung, dokumentierter Zeitpunkt der Einwilligung, Abmeldung mit einem Klick ohne Anmeldung. Wer Adressen aus einer alten Excel-Liste einspeist, verstösst nicht nur gegen das Gesetz, sondern beschädigt auch die Zustellbarkeit der eigenen Domain — und die ist mühsamer zurückzugewinnen als jede Adresse.

Kommt ein Dienstleister ins Spiel, der Daten im Ausland verarbeitet, braucht es eine Vereinbarung zur Auftragsbearbeitung nach Art. 9 DSG. Bei US-Anbietern hilft seit dem 15. September 2024 das Swiss-U.S. Data Privacy Framework, sofern der Anbieter zertifiziert ist. Das gehört geprüft, nicht angenommen.

Woran sich messen lässt, ob es wirkt

Öffnungsraten sind seit Apples Mail Privacy Protection nur noch eingeschränkt aussagekräftig: Bilder werden vorgeladen, ohne dass jemand die Nachricht gelesen hat. Wer darauf steuert, steuert auf ein Messartefakt.

Brauchbar sind Grössen, die eine Handlung voraussetzen. Wie viele Empfänger klicken auf den einen Verweis, um den es in der Nachricht geht. Wie viele melden sich ab, und an welcher Stelle der Strecke. Wie viele der Eingetragenen werden am Ende Kundinnen und Kunden — und nach wie vielen Monaten.

Die letzte Zahl ist die wichtigste und die am seltensten erhobene, weil sie voraussetzt, dass Anmeldung und Abschluss überhaupt verbunden sind. Genau diese Verbindung herzustellen ist meist der grössere Teil der Arbeit — und ohne sie bleibt jede Aussage über den Erfolg eine Vermutung.

Welche Regeln beim Newsletter einer Praxis gelten — Einwilligung, Absenderangabe, Abmeldung, Auftragsbearbeitung — steht ausführlich im Beitrag Newsletter in der Praxis: Datenschutz.

Häufige Fragen

Merkt man den Beiträgen an, dass sie automatisiert entstehen?

Dem Layout ja, es ist bewusst wiedererkennbar. Dem Text nicht, denn den schreiben Sie oder ich. Automatisiert ist die Produktion, nicht der Inhalt.

Brauchen wir dafür Mailchimp?

Nein, aber es ist verbreitet und ich kenne es gut. Andere Anbieter gehen auch, das ändert am Vorgehen wenig.

Wie viele Beiträge sind realistisch?

Zwei bis drei pro Woche sind für die meisten Praxen und Institute machbar und wirksam. Mehr scheitert selten an der Technik und fast immer an der Freigabe.

Was ist mit dem Datenschutz beim Massenversand?

Empfängerlisten gehören sauber geführt, mit nachweisbarer Einwilligung und funktionierender Abmeldung. Das prüfe ich mit, bevor der erste Versand läuft.

Wir haben eine alte Adressliste — dürfen wir die verwenden?

In aller Regel nein. Ohne dokumentierte Einwilligung fehlt die Grundlage nach Art. 3 Abs. 1 lit. o UWG. Dazu kommt der praktische Schaden: Versand an alte Adressen beschädigt die Zustellbarkeit Ihrer Domain, und die zurückzugewinnen ist mühsamer als jede Adresse.

Wie oft soll ein Newsletter erscheinen?

So oft, wie Sie ihn über ein Jahr durchhalten. Ein monatlicher Versand, der erscheint, wirkt mehr als ein wöchentlicher, der nach acht Wochen aufhört. Die Frequenz ist eine Frage der Kapazität, nicht des Marketings.

Eine Marketing-Strecke kostet ab 3’900 Franken in der Einrichtung und 190 im Monat. Die übrigen Bausteine stehen unter Preise für KI-Projekte und Automatisierungen.