Die Ausgangslage
Das Institut Sexocorporel International vertritt das Sexocorporel-Modell von Jean-Yves Desjardins. Eine Fachgemeinschaft, die über mehrere Länder und Sprachen verteilt ist: Ausbildungen finden in verschiedenen Ländern statt, Inhalte entstehen auf Französisch, Deutsch und Englisch, und nicht jeder Text existiert überall.
Für die Auffindbarkeit ist Mehrsprachigkeit weniger ein Übersetzungs- als ein Zuordnungsproblem. Suchmaschinen müssen wissen, welche Fassung für welchen Sprachraum gilt, und sie dürfen die Fassungen nicht für Doppelungen halten. Wird das falsch aufgesetzt, konkurrieren die eigenen Sprachversionen gegeneinander.
Entstanden ist ein Redesign des Auftritts, danach die Arbeit an der Auffindbarkeit über alle Sprachfassungen hinweg.
Was gemacht wurde
Ein Redesign des mehrsprachigen Fachauftritts, dazu SEO-Arbeit mit dem Schwerpunkt auf sauberer Sprachzuordnung und auf einem Fachbegriff, den ausserhalb des Fachs niemand kennt.
- Redesign des Auftritts über alle Sprachfassungen
- Technisches Audit über alle Sprachfassungen
- Sprachzuordnung: welche Fassung für welchen Sprachraum gilt
- Umgang mit Inhalten, die nur in einer Sprache existieren
- Suchbegriffe je Sprachraum statt übersetzter Begriffe
- Strukturierte Daten für Organisation, Ausbildungen und Veranstaltungen
- Fachinhalte so gefasst, dass Begriffserklärungen für sich stehen
Im Einzelnen erklärt
Sprachfassungen konkurrieren sonst gegeneinander
Zwei Seiten mit demselben Inhalt in zwei Sprachen sind für eine Suchmaschine zunächst zwei ähnliche Seiten. Ohne ausdrückliche Zuordnung entscheidet sie selbst, welche sie zeigt — und liegt regelmässig falsch, gerade in der Schweiz, wo mehrere Sprachen im selben Land gesucht werden.
Deshalb wurde jede Seite ausdrücklich ihrer Sprache und ihrem Sprachraum zugewiesen, wechselseitig und vollständig. Fehlt der Rückverweis auch nur auf einer Seite, wird die ganze Gruppe verworfen. Das ist der häufigste Fehler bei mehrsprachigen Auftritten und einer der wenigen, die sich vollständig prüfen lassen.
Lücken sind der Normalfall, nicht der Fehler
Bei einer internationalen Fachgemeinschaft entstehen Inhalte dort, wo gerade jemand arbeitet. Ein Tagungsbericht existiert auf Französisch, ein Grundlagentext auf Deutsch, eine Ausbildungsseite in beiden. Das wird sich nie ausgleichen, und der Versuch, alles überall zu haben, scheitert an der Pflege.
Die Struktur wurde deshalb so aufgesetzt, dass fehlende Übersetzungen nicht wie Versäumnisse aussehen und vor allem keine leeren Seiten erzeugen. Eine Seite, die es in einer Sprache nicht gibt, wird nicht mit einem Platzhalter ausgeliefert, sondern führt auf die vorhandene Fassung. Leere Seiten schaden der Bewertung des ganzen Auftritts.
Suchbegriffe lassen sich nicht übersetzen
Wer im deutschen Sprachraum nach «Sexualtherapie Ausbildung» sucht, sucht im französischen nicht nach der wörtlichen Entsprechung. Die Begriffe unterscheiden sich in der Sache, nicht nur im Wort: andere Berufsbezeichnungen, andere Ausbildungswege, andere gesetzliche Rahmen.
Die Suchbegriffe wurden deshalb je Sprachraum eigenständig erhoben und nicht aus dem Deutschen übersetzt. Das führt dazu, dass sich Seitentitel und Überschriften zwischen den Fassungen unterscheiden — inhaltlich dasselbe, sprachlich das, wonach dort tatsächlich gesucht wird.
Ein Modell, das erklärt werden muss
«Sexocorporel» ist ein Eigenname und kein Suchbegriff. Wer den Begriff kennt, findet die Seite ohnehin. Alle anderen suchen nach dem, was das Modell behandelt: Erregungsmuster, Lustverlust, Schwierigkeiten mit Nähe.
Für einen Fachauftritt ist das eine Gratwanderung. Er soll nicht zur Ratgeberseite werden und trotzdem für Menschen erreichbar sein, die den Namen nicht kennen. Der Weg führt über Inhalte, die das Gebiet fachlich beschreiben und dabei die Wörter benutzen, mit denen gesucht wird — nicht über vereinfachte Ratgebertexte.
Begriffserklärungen müssen für sich stehen
Bei fachlichen Anfragen zeigen Suchmaschinen bevorzugt Seiten, die einen Begriff definieren, statt ihn zu bewerben. Ein Institut, das ein Modell vertritt und dessen Begriffe erklärt, hat dafür die besten Voraussetzungen.
Voraussetzung ist, dass die Erklärungen für sich stehen. Ein Absatz, der eine Definition enthält und den Namen des Modells nennt, taugt als Ausschnitt in der Trefferliste. Derselbe Inhalt, verteilt über drei Absätze mit Rückverweisen, wird übergangen. Die Texte wurden entsprechend umgestellt.
Was in mehreren Ländern nicht funktioniert
Örtliche Suchmaschinenarbeit greift bei einer internationalen Organisation kaum. Es gibt keinen Einzugsbereich, und ein Sitz in einem Land hilft in den anderen nicht. Auch die üblichen Verzeichnisse enden meist an der Landesgrenze.
Was stattdessen trägt, ist thematische Tiefe: Inhalte, die in ihrem Fachgebiet ausführlicher sind als das, was sonst dazu im Netz steht. Das wirkt langsamer als örtliche Massnahmen und über Sprachgrenzen hinweg.
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