Wenn Ihr Angebot nur zwei- oder dreimal im Jahr stattfindet, ist die Warteliste Ihr wichtigstes Element. Sie sammelt Interesse in der Zeit, in der es nichts zu buchen gibt, und entscheidet darüber, wie schnell der nächste Durchgang voll ist.
Warum die üblichen Mittel nicht greifen
Verkaufstexte arbeiten mit Preis, Termin und Dringlichkeit. Bei einer Warteliste fehlen alle drei. Es gibt nichts zu buchen, keinen Preis zu vergleichen und keinen Grund, sich heute statt nächste Woche einzutragen.
Wer sich trotzdem einträgt, hat sich in der Beschreibung wiedererkannt. Einen anderen Grund gibt es nicht.
Woraus eine gute Wartelisten-Seite besteht
- Eine Situationsbeschreibung, in der sich die Zielgruppe erkennt, nicht eine Liste von Vorteilen.
- Eine ehrliche Angabe, wann der nächste Durchgang ungefähr stattfindet, auch wenn es nur ein Quartal ist.
- Ein kleines, haltbares Versprechen: Wir melden uns, wenn es so weit ist, und sonst nicht.
- Ein Formular mit zwei Feldern. Jedes weitere kostet Eintragungen.
- Eine Bestätigung, die sofort kommt und einen Menschen erkennen lässt.
Was mit der Liste passieren muss
Eine Warteliste, auf der ein Jahr lang nichts geschieht, ist beim nächsten Durchgang wertlos. Wer sich vor zwölf Monaten eingetragen hat, erinnert sich nicht mehr und empfindet die Mail als Werbung.
Zwei bis vier Lebenszeichen pro Jahr genügen, wenn sie etwas enthalten. Ein Hinweis auf einen passenden Beitrag, eine Terminankündigung, eine kurze Rückfrage.
Der Moment, in dem die Liste eingelöst wird
Wenn der Termin steht, bekommt die Liste den Vortritt, und zwar sichtbar: eine Woche, bevor die Anmeldung öffentlich aufgeht. Das ist der Gegenwert für die Adresse, und es ist der Grund, aus dem sich jemand ein zweites Mal einträgt.
Danach genügen drei Mails: die Ankündigung mit Datum und Preis, eine Erinnerung nach zehn Tagen, eine letzte, falls noch Plätze frei sind. Wer nicht reagiert, bleibt auf der Liste und wird beim nächsten Durchgang wieder gefragt. Austragen tut sich, wer will.
Der häufigste Fehler
Die Warteliste als Newsletter zu behandeln. Wer sich für einen Workshop vormerken lässt, hat nicht in wöchentliche Post eingewilligt. Diese Verwechslung kostet Vertrauen und rechtlich unter Umständen mehr.
Häufige Fragen
Wie viele Felder darf das Formular haben?
Zwei: Name und E-Mail. Alles Weitere fragen Sie, wenn der Termin steht. Dass kurze Formulare besser laufen, ist die verbreitete Erfahrung; die kursierenden Prozentzahlen dazu sind allerdings wackliger als ihr Ruf und gehen fast alle auf eine einzige Auswertung zurück, die nie Zahlen veröffentlicht hat. Es gibt auch Gegenbeispiele, bei denen ein zusätzliches Feld die Anmeldungen erhöht hat, weil die Anfrage dadurch verbindlicher wirkte. Wenn Sie es genau wissen wollen, testen Sie es an Ihrer eigenen Liste.
Brauche ich eine Einwilligung nach Datenschutzgesetz?
Ja, und massgeblich ist dafür nicht das Datenschutzgesetz, sondern das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe o UWG verlangt für Werbemails an viele Empfängerinnen und Empfänger dreierlei zusammen: die vorgängige Einwilligung, einen korrekten Absender und den Hinweis auf eine problemlose und kostenlose Ablehnungsmöglichkeit. Fehlt eines davon, ist der Versand nach Artikel 23 UWG auf Antrag strafbar. Das Datenschutzgesetz kommt daneben mit der Informationspflicht ins Spiel.
Was, wenn die Liste leer bleibt?
Dann liegt es fast nie am Formular, sondern daran, dass die Seite davor nicht überzeugt hat. Prüfen Sie zuerst den Text, nicht den Knopf.
Wie formuliere ich die Einwilligung beim Formular?
So, dass sie auch den Fall abdeckt, in dem Sie zwischendurch etwas anderes schicken. Zum Beispiel: Ich möchte informiert werden, wenn der nächste Durchgang startet, und bin bis dahin mit gelegentlichen Hinweisen zum Thema einverstanden. Abmeldung jederzeit mit einem Klick. Das Häkchen darf nicht vorausgewählt sein, und Sie speichern Zeitpunkt und Wortlaut mit, sonst können Sie später nichts nachweisen.
