Robin Stohler

KI-Webdesign und Webentwicklung aus Zürich

Wie viel Website braucht eine Psychotherapiepraxis?

Gerastertes Beitragsbild aus kreis-Zeichen in blau

Eine Psychotherapiepraxis braucht fünf Seiten: Startseite, Angebot, Über mich, Kontakt, Impressum mit Datenschutz. Alles darüber hinaus ist Kür. Wer wenig Zeit hat, steckt sie in diese fünf und nicht in eine sechste.

Warum fünf reichen

Wer eine Therapie sucht, trifft die Entscheidung nicht anhand der Menge an Information, sondern anhand von zwei Fragen: Passt diese Person zu mir, und wie nehme ich Kontakt auf. Beides lässt sich auf fünf Seiten beantworten.

Grosse Praxisseiten mit zwanzig Unterseiten entstehen meist aus einem anderen Motiv: Man will zeigen, dass man viel kann. Für Suchende erzeugt das Auswahlstress, für Suchmaschinen verdünnte Inhalte.

Was auf jede der fünf gehört

  • Startseite: in zwei Sätzen, wem Sie helfen und womit, danach der Weg zum Kontakt
  • Angebot: Ihre Methoden in verständlicher Sprache, mit Angaben zu Dauer und Setting
  • Über mich: Ausbildung, Weiterbildungstitel, Bewilligungskanton, Werdegang, ein Foto
  • Kontakt: Telefonnummer, E-Mail, Adresse, Erreichbarkeit, Notfallhinweis
  • Impressum und Datenschutz: rechtlich verlangt, und ein Vertrauenssignal

Was das Berufsrecht von der Seite verlangt

Eine Praxiswebsite ist berufsrechtlich eine Bekanntmachung und kein Werbemittel. Artikel 27 Buchstabe d des Psychologieberufegesetzes verlangt Werbung, die objektiv ist, dem öffentlichen Bedürfnis entspricht und weder irreführend noch aufdringlich ist. Das Merkblatt der Zürcher Gesundheitsdirektion nennt Praxisschild, Briefkopf und Internetseite in einem Atemzug und hält fest, dass die fachlich verantwortliche Person namentlich genannt sein muss.

Praktisch heisst das: Führen Sie den eidgenössischen Weiterbildungstitel genau so, wie er im Register steht, und nennen Sie den Kanton, der Ihre Berufsausübungsbewilligung erteilt hat. Angaben zu erwartbaren Therapieerfolgen und Berichte einzelner Klientinnen sind der Bereich, in dem Praxisseiten am ehesten anecken.

Die sechste Seite, wenn Sie über die Grundversicherung abrechnen

Seit dem Wechsel zum Anordnungsmodell rechnen psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Berufsausübungsbewilligung selbständig über die obligatorische Krankenpflegeversicherung ab, sofern eine ärztliche Anordnung vorliegt. Eine Anordnung umfasst fünfzehn Sitzungen. Für die Fortsetzung braucht es eine zweite Anordnung, ab der einunddreissigsten Sitzung eine Kostengutsprache des Versicherers.

Das ist der einzige Inhalt, für den ich eine sechste Seite empfehle. Er ist zu lang für die Angebotsseite, er ändert sich häufiger als alles andere, und er beantwortet die Frage, die Suchende zuerst stellen: Zahlt das jemand ausser mir.

Was fast immer fehlt

Die Angabe, ob Sie überhaupt Plätze frei haben. Für Suchende ist das die wichtigste Information der ganzen Seite, und sie steht fast nie da.

Ein Satz genügt: «Derzeit keine freien Plätze» oder «Anfragen sind möglich, Wartezeit rund acht Wochen». Das erspart beiden Seiten Enttäuschungen.

Was Sie weglassen können

Blogbeiträge, die seit drei Jahren stillstehen. Ein Newsletter, den niemand schreibt. Bildergalerien der Praxisräume. Zitate über Achtsamkeit.

Eine kleine, gepflegte Seite wirkt professioneller als eine grosse, die erkennbar liegen geblieben ist.

Häufige Fragen

Brauche ich einen Blog?

Nur, wenn Sie ihn führen. Ein Blog mit vier Beiträgen aus 2021 schadet mehr, als er nützt. Wenn Sie realistisch alle zwei Monate einen Beitrag schaffen, lohnt es sich für die Auffindbarkeit erheblich.

Was kostet so eine Seite?

Für fünf Seiten mit eigenem Aufbau und eingerichteter Auffindbarkeit liegen meine Offerten im mittleren vierstelligen Bereich, zuzüglich Mehrwertsteuer. Enthalten sind Konzept, Gestaltung, Umsetzung und die technische Einrichtung. Nicht enthalten sind Fotografie und Übersetzungen. Baukastenlösungen kosten weniger und später Zeit.

Muss ich ein Foto von mir zeigen?

Nach meiner Erfahrung ja. Bei einer Einzelpraxis entscheiden Menschen sich für eine Person. Ein Auftritt ohne Gesicht macht diese Entscheidung schwerer als nötig.

Was, wenn jemand in einer Krise auf der Seite landet?

Dann muss die Kontaktseite eine Antwort haben, die nicht auf einen Termin wartet. Vier Zeilen genügen: Diese Praxis ist kein Notfalldienst. Bei akuter Krise erreichen Sie rund um die Uhr die Dargebotene Hand unter 143, Kinder und Jugendliche die Nummer 147, den Sanitätsnotruf unter 144. Das schreiben Sie einmal und fassen es nie wieder an.

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